medtests.de · Angst
Welche Symptome hat eine Angststörung?
Angst kann Gedanken, Gefühle, Körper und Verhalten verändern. Typisch sind starke Sorgen, innere Alarmbereitschaft oder das Meiden bestimmter Situationen. Es gibt mehrere Angststörungen. Sie haben nicht alle dieselben Zeichen.
Körperliche Notfälle zuerst ausschließen
Wähle die 112 bei neuen starken Brustschmerzen, Ohnmacht, schwerer Atemnot, Lähmung, Sprachproblemen oder plötzlicher Verwirrtheit. Auch wenn Angst möglich ist, müssen solche Zeichen sofort geprüft werden.
Normale Angst oder Angststörung?
Normale Angst hat eine Aufgabe. Sie warnt vor Gefahr und wird wieder kleiner, wenn die Gefahr vorbei ist. Eine Angststörung kann ohne passende Gefahr anhalten. Sie kann so stark werden, dass Menschen Orte, Gespräche oder Aufgaben meiden.
Für eine Untersuchung zählen mehrere Fragen. Wie lange besteht die Angst? Wie stark belastet sie dich? Was kannst du wegen der Angst nicht mehr tun? Ein einzelnes Symptom reicht nicht.
Sechs Formen, die nicht verwechselt werden sollten
| Form | Worum es geht | Passender Check |
|---|---|---|
| Generalisierte Angst | Sorgen drehen sich um viele Themen. Sie lassen sich schwer stoppen. Dazu kommen oft Unruhe, Müdigkeit, Reizbarkeit, Muskelspannung und schlechter Schlaf. | Seite öffnen |
| Panik | Starke Angst steigt plötzlich an. Herzrasen, Zittern, Atemnot oder Schwindel können dazukommen. Wiederkehrende Attacken sind nicht dasselbe wie ständiges Sorgen. | Seite öffnen |
| Soziale Angst | Die Angst richtet sich auf soziale Situationen. Menschen fürchten zum Beispiel, bewertet, bloßgestellt oder abgelehnt zu werden. | Seite öffnen |
| Spezifische Phobie | Die Angst hängt an einem bestimmten Auslöser. Das können Tiere, Höhe, Spritzen oder enge Räume sein. | Seite öffnen |
| Zwangsstörung | Belastende Gedanken und wiederholte Handlungen stehen im Vordergrund. Angst kann dabei eine Rolle spielen, doch eine Zwangsstörung ist eine eigene Erkrankung. | Seite öffnen |
| PTBS | Die Beschwerden folgen auf ein sehr belastendes oder bedrohliches Erlebnis. Wiedererleben, Vermeidung und starke Alarmbereitschaft sind wichtige Bereiche. | Seite öffnen |
Was passiert im Körper?
Bei Angst schaltet der Körper auf Alarm. Der Puls kann steigen. Muskeln spannen sich an. Die Atmung wird schneller. Manche Menschen schwitzen, zittern oder bekommen Magenbeschwerden.
Diese Zeichen beweisen keine Angststörung. Herz, Lunge, Schilddrüse, Medikamente und andere Ursachen können ähnliche Beschwerden machen. Neue oder ungewöhnlich starke Beschwerden solltest du deshalb ärztlich abklären lassen.
Was zeigen die Selbsttests?
Der GAD-7 fragt nach Sorgen und Anspannung in den letzten zwei Wochen. Der Test zu sozialer Angst, der Zwangsstörungs-Test und der PTBS-Test schauen auf andere Bereiche.
Mehrere hohe Werte können bedeuten, dass Beschwerden zusammen auftreten. Sie sagen nicht, welche Diagnose richtig ist. Mehrere niedrige Werte schließen eine Erkrankung ebenfalls nicht sicher aus.
Passende Selbstchecks
Wann ist Hilfe sinnvoll?
Sprich mit einer Praxis, wenn Angst seit Wochen bleibt, du immer mehr vermeidest oder Schlaf, Arbeit und Beziehungen leiden. Auch häufige Panikattacken, viel Alkohol zur Beruhigung oder starke Hoffnungslosigkeit sind Gründe, Hilfe zu holen.
Bei Gedanken an Suizid oder akuter Gefahr wählst du die 112. Die TelefonSeelsorge erreichst du unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.
Häufige Fragen
Wann wird normale Angst zu einer Angststörung?
Angst schützt uns vor Gefahr. Sie wird zum Problem, wenn sie sehr stark bleibt, oft ohne passende Gefahr auftritt oder den Alltag deutlich einschränkt. Dauer, Belastung und Vermeidung sind wichtiger als ein einzelnes Zeichen.
Welche körperlichen Symptome kann Angst machen?
Möglich sind Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Muskelspannung, Schwindel, Magenbeschwerden und schnelle Atmung. Diese Beschwerden können auch körperliche Ursachen haben. Neue oder starke Beschwerden sollten deshalb nicht automatisch der Angst zugeschrieben werden.
Ist eine Panikattacke gefährlich?
Eine Panikattacke fühlt sich sehr bedrohlich an. Ähnliche Beschwerden können aber auch bei körperlichen Notfällen auftreten. Neue starke Brustschmerzen, Ohnmacht, Lähmung, Sprachprobleme oder schwere Atemnot brauchen sofort medizinische Hilfe.
Kann ein GAD-7 alle Angststörungen erkennen?
Nein. Der GAD-7 fragt vor allem nach Beschwerden einer generalisierten Angst. Er diagnostiziert keine Panikstörung, soziale Angst, Phobie, Zwangsstörung oder PTBS. Dafür braucht es ein Gespräch über Auslöser, Dauer und Alltag.
Was hilft bei Angststörungen?
Angststörungen sind behandelbar. Häufig helfen psychotherapeutische Verfahren. Je nach Lage kommen weitere Behandlungen infrage. Eine hausärztliche oder psychotherapeutische Praxis kann den passenden Weg mit dir planen.
Quellen
- NICE. Generalised anxiety disorder and panic disorder in adults, CG113. nice.org.uk
- NICE. Beschwerden bei generalisierter Angst. nice.org.uk
- gesund.bund.de. Generalisierte Angststörung. gesund.bund.de
Erstellt von der Medtests Redaktion. Stand: 12. August 2026.