medtests.de · Burnout Symptome

Was sind die Symptome von Burnout?

Burnout beschreibt die WHO als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Die Symptome liegen in drei Bereichen: anhaltende Erschöpfung, eine wachsende mentale Distanz oder Zynismus gegenüber der Arbeit und das Gefühl, beruflich weniger zu leisten. Burnout ist in der ICD-11 ein berufsbezogenes Phänomen, keine eigenständige Erkrankung.

Der sinnvollste nächste Schritt hängt davon ab, wie lange das schon geht. Wenn die Erschöpfung seit Wochen anhält, hilft es, sie erst einmal zu sortieren, statt sie zu bewerten. Genau dafür ist der Selbstcheck gedacht.

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ICD-11: berufsbezogenes Phänomen drei WHO-Dimensionen keine Diagnose

Welche drei Dimensionen beschreibt die WHO?

Die WHO beschreibt Burn-out über drei Dimensionen, die sich alle auf die Arbeit beziehen. Ein einzelnes Merkmal zeigt deshalb noch nicht, was hinter der Belastung steckt. Wer nur müde ist, aber weiter gern zur Arbeit geht, erlebt etwas anderes als jemand, bei dem zusätzlich die innere Beteiligung wegbricht.

Die drei Burnout-Dimensionen nach WHO-Definition mit Alltagsbeschreibung
Dimension nach WHO Wie es sich im Alltag zeigt Worauf es sich bezieht
Erschöpfung Du fühlst dich leer und ausgelaugt. Die Energie kommt auch nach dem Wochenende oder nach dem Urlaub nicht zurück. Betrifft den Energiehaushalt.
Mentale Distanz oder Zynismus Die Arbeit rückt innerlich weg. Aufgaben und Menschen im Job lassen dich kalt, oder du reagierst gereizt und abwertend auf Dinge, die dir früher wichtig waren. Betrifft die Haltung zur eigenen Arbeit.
Verringerte berufliche Leistungsfähigkeit Du schaffst weniger als früher, brauchst für dasselbe länger, machst mehr Fehler und zweifelst daran, ob du deinem Job noch gewachsen bist. Betrifft die eigene Wirksamkeit im Beruf.

Die WHO weist ausdrücklich darauf hin, dass der Begriff nur für den beruflichen Kontext gedacht ist. Erschöpfung durch Pflege von Angehörigen, durch ein Studium oder durch eine belastende Lebensphase fällt nicht unter diese Definition, auch wenn sie sich ähnlich anfühlen kann. Das heißt nicht, dass sie weniger zählt. Es heißt nur, dass der Begriff Burnout dafür nicht das passende Etikett ist.

Wie zeigen sich Burnout Symptome im Alltag?

Die drei Dimensionen sind Kategorien, keine Beschwerdeliste. Im Alltag begegnen sie dir eher in kleinen Beobachtungen: Der Wecker klingelt und der erste Gedanke gilt schon dem Feierabend. Mails bleiben liegen, weil das Öffnen selbst Überwindung kostet. Gespräche im Team fühlen sich anstrengend an, obwohl sich an den Menschen nichts geändert hat.

Typisch ist außerdem, dass Erholung nicht mehr greift. Nach einem freien Wochenende bist du am Montag wieder dort, wo du am Freitag warst. Manche merken es zuerst an der Arbeit selbst: Aufgaben, die früher Routine waren, brauchen plötzlich doppelt so lange, und die Fehler häufen sich.

Körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Magenprobleme werden oft dazugezählt. Sie gehören nicht zur WHO-Definition und sie beweisen kein Burnout. Weil sie viele andere Ursachen haben können, gehören sie hausärztlich abgeklärt statt vorschnell der Arbeit zugeschrieben.

Wie unterscheiden sich Burnout und Depression?

Das ist die häufigste Frage zum Thema, und sie hat keine einfache Antwort. Formal ist die Sache klar: Burnout ist an die Arbeit gebunden und in der ICD-11 kein Krankheitsbild, eine Depression ist eine Diagnose mit festgelegten Kriterien. Inhaltlich überschneiden sich die Beschwerden aber erheblich.

Burnout und Depression im Vergleich nach Bezugsrahmen, Status, Überschneidung und Forschungsstand
Merkmal Burnout Depression
Bezugsrahmen Die WHO begrenzt den Begriff ausdrücklich auf den beruflichen Kontext. Kann mehrere oder alle Lebensbereiche betreffen, auch wenn jemand weiter arbeitet.
Status im Diagnosesystem In der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen geführt, nicht als eigenständige Erkrankung. Eigenständige Diagnose mit festgelegten Kriterien in ICD-11 und DSM-5-TR.
Typische Überschneidung Erschöpfung, Schlafprobleme, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit. Dieselben Beschwerden plus gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit.
Forschungsstand Ob beides klar zu trennen ist, wird unterschiedlich beurteilt. Eine Metaanalyse fand deutliche Zusammenhänge, aber keine vollständige Überlappung. Andere Arbeiten sehen so viel Gemeinsames, dass sie Burnout als depressives Geschehen diskutieren.

Eine Metaanalyse von Koutsimani und Kolleginnen und Kollegen (2019) untersuchte den Zusammenhang von Burnout, Angst und Depression. Sie fand deutliche Zusammenhänge, kam aber zu dem Schluss, dass es sich nicht um dasselbe Konstrukt handelt. Bianchi und Kolleginnen und Kollegen (2015) argumentieren dagegen, dass die Überschneidung so groß ist, dass Burnout als depressives Geschehen diskutiert werden muss. Beide Positionen stehen nebeneinander, entschieden ist die Frage nicht.

Für dich heißt das vor allem eines: Ein Fragebogen kann diese Unterscheidung nicht treffen, und ein Selbsttest hier erst recht nicht. Wenn gedrückte Stimmung, Interessenverlust oder Hoffnungslosigkeit dazukommen und länger als zwei Wochen anhalten, ist das ein Grund für ein ärztliches oder psychotherapeutisches Gespräch. Wenn dich Gedanken belasten, nicht mehr weiterleben zu wollen, ist die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111 erreichbar. Bei unmittelbarer Gefahr gilt die 112.

Wann solltest du ärztlich abklären lassen?

Es gibt keinen Grenzwert, ab dem Erschöpfung ein Fall für die Praxis wird. Vier Beobachtungen können als praktische Anhaltspunkte dienen: Die Erschöpfung hält seit mehreren Wochen an. Erholung wirkt nicht mehr. Schlaf, Stimmung oder Konzentration leiden spürbar. Oder du merkst, dass du Aufgaben und Kontakte vermeidest, die früher selbstverständlich waren.

Der erste Weg führt meist in die hausärztliche Praxis. Dort lässt sich klären, ob körperliche Ursachen mitspielen, und von dort aus geht es weiter, wenn eine psychotherapeutische oder psychiatrische Abklärung sinnvoll ist. Was du mitbringen kannst, ist eine kurze Notiz: seit wann es geht, was sich verändert hat, was dir aktuell noch guttut. Mehr braucht es für das erste Gespräch nicht.

Was bringt ein Selbstcheck an dieser Stelle?

Ein Selbstcheck ordnet, was gerade diffus ist. Der Burnout-Test fragt entlang der drei Bereiche Erschöpfung, innere Distanz und Leistungserleben und zeigt dir, wo es gerade am stärksten drückt. Er stellt keine Diagnose und rechnet keine Wahrscheinlichkeit aus.

Wenn die Belastung eher aus dem gesamten Leben kommt und nicht nur aus dem Job, passt der Stress-Test besser. Er schaut auf die letzten vier Wochen und fragt nach Kontrollerleben, Anspannung und Erholung. Beide Checks laufen anonym im Browser, du musst dich nirgends anmelden und nichts hinterlassen.

Häufige Fragen

Was sind die ersten Anzeichen von Burnout?

Erschöpfung fällt oft zuerst auf: Der Feierabend reicht nicht mehr zur Erholung, das Wochenende auch nicht, und der Gedanke an Montag kostet schon am Sonntag Kraft. Dazu können ein inneres Wegrücken von der Arbeit, mehr Gereiztheit oder Zweifel an der eigenen beruflichen Wirksamkeit kommen. Diese Beobachtungen haben keine feste Reihenfolge und sind für sich allein kein Beleg für Burnout.

Ist Burnout eine anerkannte Krankheit?

Nein. Die Weltgesundheitsorganisation führt Burn-out in der ICD-11 als berufsbezogenes Phänomen und ausdrücklich nicht als eigenständige medizinische Erkrankung. Es steht im Kapitel zu Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen, nicht im Kapitel der Krankheiten. Der Begriff soll nach WHO-Definition nur für den beruflichen Kontext verwendet werden, nicht für Belastung in anderen Lebensbereichen.

Wie unterscheidet sich Burnout von einer Depression?

Burnout ist nach WHO-Definition an die Arbeit gebunden, eine Depression kann mehrere oder alle Lebensbereiche betreffen. Die Beschwerden überschneiden sich aber stark: Erschöpfung, Schlafprobleme, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit kommen bei beidem vor. Ob es sich um zwei klar trennbare Zustände handelt, ist in der Forschung umstritten. Ein Selbsttest kann diese Unterscheidung nicht leisten, weil dafür Verlauf, Vorgeschichte und Lebenssituation im Gespräch geprüft werden müssen. Wenn gedrückte Stimmung, Interessenverlust oder Hoffnungslosigkeit dazukommen, gehört das ärztlich oder psychotherapeutisch angeschaut.

Kann Burnout körperliche Symptome machen?

Viele Betroffene berichten von Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verspannungen, Magen-Darm-Beschwerden oder häufigen Infekten. Diese Beschwerden gehören nicht zur WHO-Definition von Burn-out und sind kein Beleg dafür. Sie haben viele mögliche Ursachen, von einer Schilddrüsenstörung über Blutarmut bis zu Schlafapnoe. Deshalb ist eine hausärztliche Abklärung sinnvoll, bevor körperliche Beschwerden allein der Arbeitsbelastung zugeschrieben werden.

Kann ein Selbsttest ein Burnout feststellen?

Nein. Ein Selbstcheck sortiert, wie stark Erschöpfung, Distanz und Leistungserleben gerade ausgeprägt sind. Er stellt keine Diagnose und kann Burnout, Depression, Angst oder eine körperliche Ursache nicht auseinanderhalten. Sein Nutzen liegt woanders: Er gibt dir Worte für das, was gerade los ist, und einen konkreten Anlass, es anzusprechen. Das gilt für einen hohen Wert genauso wie für einen niedrigen.

Quellen

  • Weltgesundheitsorganisation (2019). Burn-out an "occupational phenomenon": International Classification of Diseases. who.int
  • Koutsimani P, Montgomery A, Georganta K (2019). The Relationship Between Burnout, Depression, and Anxiety: A Systematic Review and Meta-Analysis. Frontiers in Psychology. PubMed 30918490
  • Bianchi R, Schonfeld IS, Laurent E (2015). Is burnout a depressive disorder? A reexamination with special focus on atypical depression. International Journal of Stress Management. PubMed 25638755

Erstellt von der Medtests Redaktion. Stand: 12. August 2026.