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Welcher Selbsttest passt zu mir?

Beginne mit dem Problem, das dich im Alltag am stärksten belastet. Dieser Wegweiser führt dich zu passenden Fragebögen und zeigt, wann ein Selbsttest nicht der richtige erste Schritt ist. Ein Ergebnis liefert Hinweise, keine Diagnose.

Die kurze Antwort

Ein einzelner Test prüft nicht deine gesamte psychische oder körperliche Gesundheit. Wähle deshalb nach deinem konkreten Anliegen. Die folgenden Sprunglinks führen direkt zum passenden Themenbereich.

Konzentration, Organisation und innere Unruhe

Du verlierst häufig den Faden, schiebst Aufgaben auf, vergisst Termine oder bist innerlich unruhig. Der ADHS-Test mit dem ASRS ist dafür der kürzeste Einstieg. Wenn du zusätzlich wissen möchtest, ob ähnliche Muster schon in der Kindheit bestanden, ergänzt der WURS-Test diesen Blick.

Bei Frauen und Menschen, die viel kompensieren, können Unaufmerksamkeit und Erschöpfung stärker auffallen als sichtbare Hyperaktivität. Die Seite zu ADHS bei Frauen verbindet das ASRS-Screening mit einer klar gekennzeichneten Reflexion zu Masking und Kompensation.

Soziale Kommunikation, Routinen, Reize und Masking

Du findest ungeschriebene soziale Regeln schwer, brauchst feste Abläufe, hast intensive Interessen oder reagierst stark auf Geräusche, Licht und andere Reize. Der AQ-10 ist ein kurzer erster Autismus-Screen. Der AQ-50 fragt ausführlicher nach.

Der CAT-Q erfasst Camouflaging, also das bewusste oder unbewusste Verbergen autistischer Merkmale. Er prüft kein Autismus-Spektrum. Der RAADS-R ist ein langer Fragebogen mit deutlichen Grenzen im unbegleiteten Online-Einsatz. Nutze ihn höchstens als zusätzliche Gesprächsgrundlage, nicht als Beweis.

Wenn vor allem eine starke Reaktion auf Reize im Mittelpunkt steht und soziale Kommunikation oder feste Routinen kaum eine Rolle spielen, kann der Hochsensibilitäts-Test die passendere Beschreibungsebene sein. Hochsensibilität ist keine klinische Diagnose.

Niedergeschlagenheit, Antrieb, Stress und starke Hochphasen

Wenn Niedergeschlagenheit, Interessenverlust oder fehlender Antrieb im Vordergrund stehen, passt der PHQ-9. Bei Erschöpfung durch anhaltende Belastung helfen der Stress-Test und der Burnout-Check, die aktuelle Situation getrennt anzuschauen.

Der MDQ ist für frühere Phasen mit ungewöhnlich viel Energie, deutlich weniger Schlaf, starkem Rededrang oder riskantem Verhalten gedacht. Er stellt keine bipolare Störung fest. Solche Phasen solltest du fachlich besprechen, besonders wenn sie Arbeit, Geld, Beziehungen oder Sicherheit beeinflussen.

Angst, soziale Unsicherheit, Zwänge und Folgen belastender Ereignisse

Für anhaltende Sorgen und körperliche Anspannung ist der GAD-7 der passende Start. Wenn die Angst vor Bewertung und sozialen Situationen im Mittelpunkt steht, passt der SPIN. Wiederkehrende Zwangsgedanken oder Handlungen werden mit dem OCI-R erfasst.

Nach einem belastenden Ereignis kann der PC-PTSD-5 nach typischen Traumafolgen fragen. Der DES-II erfasst dissoziative Erfahrungen wie Erinnerungslücken, Depersonalisation und Derealisation. Ein Fragebogen entscheidet nicht, woher solche Erfahrungen kommen. Bei starker Belastung gehört die weitere Beurteilung in fachkundige Hände.

Essverhalten, Alkohol und Smartphone-Nutzung

Der SCOFF ist ein kurzer Screen für mögliche Essstörungshinweise. Der AUDIT-C fragt nach Alkoholkonsum. Der SAS-SV betrachtet suchtartige Smartphone-Nutzung. Alle drei Tests zeigen nur, ob ein genaueres Gespräch sinnvoll sein kann.

Bei Essanfällen, Erbrechen, strengem Fasten, körperlichen Folgen oder Kontrollverlust solltest du dich direkt an eine ärztliche, psychotherapeutische oder spezialisierte Beratungsstelle wenden. Ein Selbsttest sollte diesen Schritt nicht verzögern.

Beziehungen, Selbstwert, Einsamkeit und Persönlichkeit

Wenn du wiederkehrende Muster in Nähe und Distanz verstehen möchtest, passt der Bindungstyp-Test. Für Selbstwert und Einsamkeit gibt es eigene Skalen. Der Big-Five-Test beschreibt breite Persönlichkeitszüge, der 16-Typen-Test übersetzt ein Big-Five-Profil in ein leichter lesbares Typenmodell.

Persönlichkeitstests vergeben keine klinische Diagnose. Wenn starke Stimmungsschwankungen, Selbstverletzung, Kontrollverlust oder anhaltende Beziehungskrisen belasten, ist ein Gespräch mit einer psychotherapeutischen oder ärztlichen Praxis hilfreicher als ein Persönlichkeitslabel.

Körperliche Beschwerden, Laborwerte und Risikorechner

Bei körperlichen Themen hängt der passende Einstieg davon ab, ob du Symptome oder bereits gemessene Werte hast. Der Fettleber-Rechner nutzt Labor- und Körperwerte. Der Herzinfarkt-Risiko-Test berechnet SCORE2 aus bekannten Risikofaktoren. Der Vorhofflimmern-Rechner ist nur für Menschen gedacht, bei denen Vorhofflimmern bereits bekannt ist.

Akute Brustschmerzen, schwere Atemnot, Lähmungen, Bewusstlosigkeit oder andere plötzlich starke Beschwerden gehören nicht in einen Online-Test. Ruf in einem medizinischen Notfall 112.

Wenn mehrere Themen gleichzeitig passen

Konzentrationsprobleme, Angst, Erschöpfung und schlechter Schlaf können sich gegenseitig verstärken. Mehrere passende Fragebögen bedeuten deshalb nicht automatisch mehrere Diagnosen. Beginne mit dem Thema, das deinen Alltag derzeit am stärksten beeinträchtigt. Danach kannst du einen zweiten Test ergänzen.

Nimm Ergebnisse nicht als Etikett. Notiere das Datum, den Wert und zwei oder drei konkrete Beispiele aus deinem Alltag. Diese Informationen sind für ein fachliches Gespräch meist hilfreicher als der Punktwert allein.

Wann direkte Hilfe vor einem Selbsttest kommt

Wenn du dich oder andere akut gefährden könntest, ruf 112. Bei dringenden medizinischen Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind und nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können, erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. In einer seelischen Krise erreichst du die TelefonSeelsorge rund um die Uhr unter 116123.

So nutzt du ein Ergebnis sinnvoll

  • Speichere oder notiere Datum, Ergebnis und den betrachteten Zeitraum.
  • Schreibe konkrete Situationen auf, in denen das Problem sichtbar wird.
  • Nutze einen auffälligen Wert als Anlass für ein Gespräch, nicht als Selbstdiagnose.
  • Nutze einen niedrigen Wert nie als Grund, anhaltende Beschwerden nicht abklären zu lassen.
  • Zeige bei mehreren Tests alle Ergebnisse gemeinsam, damit Zusammenhänge geprüft werden können.

Häufige Fragen

Welcher Selbsttest ist der beste?

Es gibt keinen besten Test für alle Beschwerden. Wähle den Fragebogen, der dein aktuelles Hauptproblem am direktesten abbildet. Konzentrationsprobleme führen zum ASRS, anhaltende Niedergeschlagenheit zum PHQ-9 und starke Sorgen zum GAD-7. Wenn mehrere Themen gleich wichtig sind, beginne mit dem, das deinen Alltag am stärksten beeinträchtigt.

Kann ein Selbsttest eine Diagnose stellen?

Nein. Ein Screening kann Hinweise liefern und ein Gespräch vorbereiten. Diagnose, Ursachenprüfung und Behandlungsplanung brauchen eine ärztliche, psychotherapeutische oder andere dafür qualifizierte Fachperson.

Was mache ich, wenn mehrere Tests passen?

Du kannst mehrere Tests getrennt bearbeiten. Notiere Datum, Ergebnis und die Fragen, bei denen du dich besonders wiedererkannt hast. Eine Fachperson kann dann das Gesamtbild prüfen, statt einzelne Werte isoliert zu bewerten.

Was bedeutet ein niedriger oder unauffälliger Wert?

Ein niedriger Wert schließt eine Erkrankung oder andere Ursache nicht aus. Fragebögen erfassen nur bestimmte Merkmale und Zeiträume. Verschiebe deshalb keine bereits geplante Abklärung, wenn deine Beschwerden anhalten oder deinen Alltag beeinträchtigen.

Werden meine Antworten gespeichert?

Die Berechnung der Selbsttests läuft im Browser, und für die Nutzung brauchst du kein Konto. Eine optionale lokale Speicherung bleibt auf deinem Gerät. Weitere Angaben findest du in der Datenschutzerklärung.

Wann sollte ich keinen Selbsttest machen?

Bei akuter Gefahr, Suizidgedanken, schweren plötzlich auftretenden körperlichen Beschwerden oder wenn du dich nicht sicher halten kannst, ist direkte Hilfe der richtige Schritt. Ruf bei akuter Gefahr 112. Für dringende, nicht lebensbedrohliche medizinische Hilfe erreichst du 116117. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr unter 116123 erreichbar.

Quellen und medizinischer Hinweis

Selbsttests erfassen ausgewählte Merkmale in einem bestimmten Zeitraum. Ein niedriger Wert schließt eine Erkrankung oder andere Ursache nicht aus. Verschiebe eine geplante ärztliche, psychotherapeutische oder diagnostische Abklärung nicht wegen eines Testergebnisses.

Erstellt und redaktionell geprüft von der Medtests Redaktion. Stand: 19. August 2026. Quellen und Weiterleitungswege geprüft, ohne externen fachlichen Review dieser Seite.